Agelena labyrinthica

Aus Wiki des Spinnen-Forums
Wechseln zu: Navigation, Suche
Agelena labyrinthica (Clerck, 1757)
Labyrinthspinne (Buchholz S. et al. 2010)
Agelena lab-02.jpg
Weibchen mit Käfer
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Agelenidae (Trichternetzspinnen)
Gattung: Agelena
Reifezeit (Harvey et al. 2014)
Monat:123456789101112
_ _ _ _ start X X X X end _ _
_ _ _ _ start X X end _ _ _ _
Verbreitung in Europa[Quellen]
Europakarte europakarte-dummy-ad-al-at-be-bg-by-ch-cz-de-dk-ee-es-fi-fr-frh-gb-gr-hr-hu-ie-it-it82-it88-kz-lt-lv-md-mk-nl-no-pl-pt-ro-rs-ru-se-si-sk-tr-ua.png

Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:020860
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Oberschlesien *
[CZ] Tschechien *
[D] Berlin *
[D] Brandenburg *
[D] MVs== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] NRWh===*
[D] SHmh=-D*
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Opole *
[PL] Tschenstochau *

Agelena labyrinthica ist Spinne des Jahres 2011 (Hörweg C. 2010).

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 8 bis 12 mm lang, Männchen 8 bis 9 mm (Roberts M. J. 1995).

Dorsale Seite des Prosomas mit einem beinahe parallelseitigen hellbraunen Medianband, flankiert von schokoladenbraunen Flächen. Seitenbereiche hell, mit einer sehr dünnen dunklen Randung. Das Opisthosoma ist rußig grau, der Innenbereich ist heller und flankiert von dunkleren Seitenbereichen und helleren Winkelflecken. Beine hellbraun, mit unscheinbarer dunkler Ringelung auf den Tibien und Metatarsen. (Locket G. H. & A. F. Millidge 1953)

Epigyne durch einen Mittelsteg deutlich aufgeteilt. Pedipalpus des Männchens mit einer einfachen und spitz zulaufenden Tibialapophyse. (Heimer S. & W. Nentwig 1991)

Ähnliche Arten

Allagelena gracilens wurde früher auch dieser Gattung zugeordnet. Sie sieht Agelena labyrinthica sehr ähnlich, ist aber insgesamt verwaschener gezeichnet und bleibt mit bis 10 mm Körperlänge (Weibchen) wesentlich kleiner. Sie legt ihre nur etwa 20 cm durchmessenden Deckennetze meist weiter oben in der Vegetation an (70 bis 100 cm über dem Boden).

In den Genitalien besteht Ähnlichkeit mit beiden Geschlechtern von Agelena orientalis, welche im Mittelmeerraum mit Agelena labyrinthica den Lebensraum teilt.

Lebensraum

In warmen und trockenen Lebensräumen mit niedriger Vegetation, z.B. an Wald- und Wegrändern, auf Ruderalflächen und in Heide (Bellmann H. 2010). Ökologischer Typ: Eurytope Freiflächenart (lebt in allen unbewaldeten Lebensräumen unabhängig von der Feuchtigkeit) (Platen R & B. von Broen 2005).

Verbreitung

Paläarktisch verbreitet (World Spider Catalog Association 2015). Die Art ist in Deutschland weit verbreitet (Staudt A. 2014).

Lebensweise

Agelena labyrinthica legt ausgedehnte Trichternetze zwischen Gräsern oder in niedriger Vegetation bis in etwa 1 m Höhe an. Diese können bei ausgewachsenen Tieren bis 50 cm Breite erreichen. Das flache Netz geht an einer Seite in eine Gespinströhre über, in der die Spinne meist auf Beute lauert. Diese ist zudem nach hinten offen und dient der Spinne bei Bedrohung als Fluchtweg. (Bellmann H. 2010)

Die Art orientiert sich im Netz einerseits am Sonnenstand, aber in noch stärkerem Maße auch anhand der Polarisationsrichtung des Lichtes. Versuche haben gezeigt, dass Agelena labyrinthica die Polarisationsachse des Lichtes mittels ihrer Hauptaugen auswertet (Foelix R. F. 1979).

Die Paarung findet im Juli statt und das Männchen lebt selbst nach der Eiablage noch einige Zeit mit dem Weibchen zusammen, welches anschließend bis zu ihrem Tod mit den Eiern in einem geschlossenen Einest verbleibt (siehe Bilder). (Locket G. H. & A. F. Millidge 1953)

Bilder

Videos

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise