Holocnemus pluchei

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Holocnemus pluchei (Scopoli, 1763)
Holocnemus pluchei f (2).JPG
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Pholcidae (Zitterspinnen)
Gattung: Holocnemus
Verbreitung in Europa[Quellen]
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:003407
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[D] NRWss===*

syn. Holocnemus pluchii

Merkmale

Körperlänge: Beide Geschlechter erreichen 5 bis 7 mm (Nentwig W. et al. 2012).

Prosoma hell, mit dunklem Längsstrich. Das Sternum ist schwarz.

Opisthosoma dorsal oft mit einem unregelmäßig gezackten, dunklen Längsband auf braun oder grau geschecktem Grund. Das Längsband ist meist weiß eingerahmt. Die gesamte Zeichnung kann aber auch zu einer undefinierbaren Fleckung verschmelzen. Lateral findet man wellenförmige Bänder von weißer bis silberner Farbe. Ventral mit einem breiten schwarzen Längsstrich.

Die Beine sind an den Übergängen Femur/Patella/Tibia hell dunkel geringelt, auf dem Femur befinden sich zusätzliche dunkle Flecken. Femur I und Tibia I sind ventral mit einer Vielzahl kurzer Stacheln besetzt (Nentwig W. et al. 2012).

Verbreitung

Mittelmeerraum, anderswo eingeschleppt (World Spider Catalog Association 2016). In die USA eingeschleppt (Porter A. H. & E. M. Jakob 1990).

Lebensraum

Im Mittelmeerraum; in andere Teile der Welt eingeschleppt (World Spider Catalog Association 2016).

Im Mittelmeerraum in warmen, trockenen Gebieten unter Steinen, an Mauern und in Häusern, aber auch zwischen Feigenkakteen zu finden (Bellmann H. 2001).

In Griechenland (Kreta) sind die Tiere oft in Eingangsbereichen von Höhlen, Kellern und verfallenen Gebäuden anzutreffen (Eikamp H. & U. Kluge 2007).

In Deutschland wird Holocnemus pluchei meist in Gartencentern und Gewächshäusern gefunden.

Natürlicher Lebensraum von Holocnemus pluchei auf Ciovo (Kroatien) innerhalb von Steinhaufen.

Lebensweise

Netzbau und Beutefang

Holocnemus pluchei baut ein uneinheitliches, oftmals bogenförmiges Fangnetz (siehe Bilder). Regelmäßig kann man darin auch Artgenossen verschiedener Altersstufen finden. Die Beute wird, wie bei vielen Zitterspinnen üblich, zuerst mit Spinnseide beworfen und damit bewegungsunfähig gemacht. Darauf folgt einer oder mehrere Giftbisse. (Jakob et al. 1994)

Brutpflege

Die Weibchen bauen zum Schutz des Eikokons und der Jungspinnen ein auffälliges kuppelförmiges Gespinst, worin sie den Eikokon bis zum Schlupf der Jungtiere in den Chelizeren tragen. Während dieser Zeit nehmen sie keine Nahrung zu sich. Die jungen Spinnen zerstreuen sich erst, nachdem sie sich einmal im Brutgespinst gehäutet haben. Werden sie vorzeitig aus dem Brutgespinst entfernt, sterben sie während der ersten Häutung. (Sedey K. A. & Jakob E. M 1998)

Abwehrverhalten „Zittern”

Wie die meisten anderen Zitterspinnen zeigt auch Holocnemus pluchei das charakteristische Verhalten, das der Familie ihren Trivialnamen eingebracht hat: Bei Störung oder Bedrohung zittert bzw. schwingt die Spinne in ihrem Netz für eine Weile sehr stark und wird dadurch für ihre Feinde nahezu unsichtbar. Auch schon sehr junge Zitterspinnen zeigen dieses Verhalten.

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise