Misumena vatia

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Misumena vatia (Clerck, 1757)
Veränderliche Krabbenspinne (Buchholz S. et al. 2010)
Misumena-vatia Saalborn 09-07 01.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Thomisidae (Krabbenspinnen)
Gattung: Misumena
Reifezeit (Bellmann H. 2010)
Monat:123456789101112
_ _ _ _ start X X end _ _ _ _
_ _ _ _ start X end _ _ _ _ _
Verbreitung in Europa[Quellen]
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:030580
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Oberschlesien *
[CZ] Tschechien *
[D] Berlin *
[D] Brandenburg *
[D] MVs== *
[D] Niedersachsen 3
[D] Niedersachsen (H) 3
[D] Niedersachsen (T) 3
[D] NRWh===*
[D] SHmh>=*
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Opole *
[PL] Tschenstochau *

Misumena vatia war Spinne des Jahres 2006 (Jäger P. & M. Kreuels 2006).

Merkmale

Körperlänge: Weibchen 7 bis 10 mm, Männchen 3 bis 5 mm (Nentwig W. et al. 2012).

Misumena vatia ist eine der interessantesten Spinnen unserer Breiten. Reife Weibchen der Art sind in der Lage, ihre Körperfarbe aktiv zu ändern. Dabei sind zwischen sattem Zitronengelb über grünliche Farbtöne bis hin zu rein weißen Tieren alle denkbaren Zwischenstufen möglich.

Das Prosoma trägt mehr oder weniger deutlich sichtbare dunkle Längsstreifen. Auch auf dem Opisthosoma können undeutliche Längsstreifen ausgebildet sein, die vorne aus einem Punkt entspringen. An den Seiten sind zusätzlich manchmal rosa bis rote Bänder zu sehen.

Die Beine der Weibchen und Jungtiere sind gefärbt wie der Körper und distal etwas verdunkelt.

Junge und ausgewachsene Männchen sind weißlich bis gelb und zeigen eine wesentlich kontrastreichere Zeichnung. Die Längsstreifen auf Pro- und Opisthosoma sind sehr dunkel und deutlich ausgeprägt. Die Beine sind deutlich hell-dunkel geringelt. Die reifen Männchen sind höchstens halb so groß, wie die Weibchen und sehr viel graziler gebaut und langbeiniger (Geschlechtsdimorphismus).

Färbung

Die blütenbewohnende weibliche Misumena vatia gleicht sich in ihrer Färbung an einen weißen, einen gelben und in geringerem Umfang auch an einen grünen Untergrund an. Dieser Farbwechsel ist von den Augen abhängig.

Die Gelbfärbung entsteht durch Einlagerung von flüssigem gelben Farbstoff in die Hypodermiszellen. Durch die Versetzung einer gelben Spinne auf eine weiße Blüte wird eine Verlagerung des Pigmentes ins Innere des Hinterleibes bewirkt. Die Hypodermis wird dann durchsichtig und das in die oberflächlichen Blindsäcke der Mitteldarmdrüse eingelagerte weiße Guanin bestimmt die Färbung. Juvenile Tiere zeigen keine farbliche Anpassung. Männliche Tiere ebenfalls nicht. (Kaestner A. 1956)

Lebensraum

Ökologischer Typ: Eurytope Freiflächenart (lebt in allen unbewaldeten Lebensräumen unabhängig von der Feuchtigkeit) (Platen R & B. von Broen 2005). Vor allem auf Blüten in Wiesen, auf Trockenrasen und an Wald- und Wegrändern. Die Art ist wahrscheinlich häufiger als angenommen, wird wegen ihrer hervorragenden Tarnung nur oft übersehen.

Lebensweise

Misumena vatia ist eine typische Vertreterin der Krabbenspinnen, die mit ausgestreckten Vorderbeinen auf blütenbesuchende Fluginsekten (Fliegen, Bienen etc.) lauert, von denen sie wegen ihrer Tarnfarbe nicht als Fressfeind erkannt zu werden scheint.

Dennoch trifft man immer wieder auf Exemplare, deren Färbung nicht der Blütenfarbe der Blume entspricht, auf der sie sitzen (Siehe Fotogallerie). Eventuell haben sich diese Tiere noch nicht umgefärbt, oder sie nutzen andere Effekte aus (Saftmale, Reflektion von UV-Licht) um ihre Beute zu täuschen.

Verbreitung

Misumena vatia ist holarktisch verbreitet (Platnick N. I. 2013). In Deutschland nicht selten gefunden (Staudt A. 2014).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise