Phalangium opilio

Aus Wiki des Spinnen-Forums
Wechseln zu: Navigation, Suche
Phalangium opilio Linnaeus, 1758
Hornweberknecht
Phalangium opilio W 7-5049.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Opiliones (Weberknechte)
Familie: Phalangiidae (Schneider)
Gattung: Phalangium
Reifezeit (Wijnhoven H. 2009)
Monat:123456789101112
_ _ _ _ start X X X X X X end
_ _ _ _ start X X X X X X end
Verbreitung in Europa[Quellen]
Europakarte europakarte-dummy-at-ba-be-bg-cz-de-dk-ee-fi-fr-gb-hr-hu-it-it88-lv-nl-no-pl-ro-ru-se-si-sk.png

Weitere Informationen
LSID Fauna Europaea: urn:lsid:faunaeur.org:taxname:278640
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[D] Berlin *

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 5 bis 7 mm, Männchen 4 bis 6 mm (Bellmann H. 2001).

Merkmale

Große, robuste und langbeinige Weberknechte. Meist mit kräftigem braunen Sattel, doch es kommen auch kontrastarme Tiere vor. Auffallend kalkweiße Unterseite. Genital-Operkulum vorn rundlich, keulenförmig. Die Chelizerengrundglieder der Männchen sind dorsal häufig extrem hornartig verlängert. Doch auch bei Weibchen können solche "Hörner" ansatzweise entwickelt sein → siehe Bild. Spezifisch für die Gattung/Art sind die beiden hellen "Zähnchen" auf den Suprachelizeral-Lamellen (Foto unten) (Martens J. 1978)

Reifezeit

Adulte Tiere findet man von Mitte Mai bis Anfang Dezember, mit der Hauptzeit von August bis Oktober. Während der ganzen Aktivitätsperiode sind auch juvenile und subadulte Tiere zu beobachten, so daß davon ausgegangen werden kann, daß es sich teilweise um Exemplare einer zweiten Generation handelt. (Wijnhoven H. 2009)

Lebensraum

Ökologischer Typ: Eurytope Freiflächenart (lebt in allen unbewaldeten Lebensräumen unabhängig von der Feuchtigkeit) (Platen R & B. von Broen 2005). Phalangium opilio gehört zu den wenigen europäischen Weberknechten, die offensichtlich offene und lichtexponierte Biotope bevorzugen und sich während der Tagaktivität regelmäßig intensiver Sonnenbestrahlung aussetzen. (Martens J. 1978) Thermophil und photophil (Heydemann B. et al. 1994).

Meist an Extremstandorten, wo geschlossener Waldwuchs nicht möglich ist. Heute auch auf allen Typen von Kulturlandschaft: Gärten, Feldern, Wiesen, Wegrändern, Kahlschlägen, aufgelockerten Siedlungen. Beschattete, lichtarme Biotope werden gemieden, vor allem geschlossene Wälder. Selbst in lichten Gehölzen kommt er nur ausnahmsweise vor, wohl aber in Randgesellschaften und auf Lichtungen. (Martens J. 1978)

Verbreitung

Paläarktisch verbeitet; durch Verschleppung zusätzlich nearktisch und neuseeländisch. In Mitteleuropa weit verbreitet. (Martens J. 1978)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Bellmann H. (2001): Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Frankh-Kosmos Verlag. ISBN 3-440-09071-X, 304 S.
  • Heydemann B., W. Götze & U. Riecken (1994): Ökologische Analayse der Fauna des NSG "Barker Heide". Faun.-Ökol. MItt. Suppl. 16, S. 13–47.
  • Martens J. (1978): Die Tierwelt Deutschlands 64. Teil, Weberknechte, Opiliones. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 464 S.
  • Platen R & B. von Broen (2005): Gesamtartenliste und Rote Liste der Webspinnen und Weberknechte (Arachnida: Araneae, Opiliones) des Landes Berlin. Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege/Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.): Rote Listen der gefährdeten Pflanzen und Tiere von Berlin., 79 S.
  • Wijnhoven H. (2009): De Nederlandse hooiwagens (Opiliones). Supplement Bij Nederlandse Faunistische Mededelingen, 118 S, ISSN 1875-760X.

Quellen der Nachweise