Pholcus phalangioides

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Pholcus phalangioides (Fuesslin, 1775)
Große Zitterspinne
Pholcus phalangioides fem mlemke-20.05.11-hl.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Pholcidae (Zitterspinnen)
Gattung: Pholcus
Reifezeit (Bellmann H. 2010)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
Europakarte europakarte-dummy-al-at-ba-be-bg-by-ch-cz-de-dk-ee-es-es-ib-fi-fr-frh-gb-gr-hr-hu-ie-it-it82-it88-lt-lv-md-me-mk-nl-no-pl-pt-ro-rs-ru-se-si-sk-tr-ua.png

Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:003744
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Tschechien *
[D] Berlin *
[D] Brandenburg *
[D] MVs== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] NRWh===*
[D] SHsh===*

Pholcus phalangioides war Spinne des Jahres 2003. (Jäger P. & M. Kreuels 2003)

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 8 bis 10 mm, Männchen 7 bis 10 mm (Roberts M. J. 1995). Die Beine können eine Länge von 5 bis 6 cm erreichen (Kreuels M. 2008).

Auf dem Prosoma befindet sich ein größerer, dunkler Punkt mit unregelmäßigem Rand. Das graubraune Opisthosoma ist mit einer oftmals verwaschenen Zeichnung aus paarigen, grauen Flecken versehen.

Reife Männchen kommen in Frühjahr und Sommer vor, reife Weibchen das ganze Jahr über (Roberts M. J. 1995). Die Tiere können bis zu drei Jahre alt werden (Jäger P. & M. Kreuels 2003).

Ähnliche Arten

Pholcus phalangioides ähnelt sehr Pholcus alticeps. Insbesondere an ihren Verbreitungsgrenzen sollte man diese Art immer als Möglichkeit in Betracht ziehen.

Verbreitung

Pholcus phalangioides ist Kosmopolit (Platnick N. I. 2013) (Roberts M. J. 1995).

Lebensraum

Die Tiere treten in Höhlen und Gebäuden auf (Roberts M. J. 1995) und sind nur selten im Freiland zu finden (Lemke M. 2014).

Lebensweise

Detaillierte Beobachtungen der Lebensweise und Entwicklung von Pholcus phalangioides finden sich hier: Der Lebenszyklus der Großen Zitterspinne

Netzbau und Beutefang

Pholcus phalangioides webt unregelmäßige, deckenartige Gespinste in Winkeln und eckigen Strukturen. Ins Netz geratene Beute wird sofort mit Spinnfäden beworfen und anschließend in eine kreiselförmige Bewegung versetzt, wobei sie weiter eingesponnen wird. Sobald das Beutetier bewegungsunfähig ist, erfolgt der Giftbiss. Mit dieser Methode kann Pholcus phalangioides auch große und wehrhafte Spinnenarten wie Eratigena atrica überwältigen. (Bellmann H. 2001) Die Fangfäden des Raumnetzes enthalten keine Klebetropfen, sondern wirken aufgrund ihrer besonderen Struktur und Elastizität wie Fußangeln. (Jäger P. & M. Kreuels 2003)

Regelmäßig kann man erwachsene Tiere in direkter Nachbarschaft beobachten. Die Netze gehen dabei oftmals ineinander über, was durch die sehr geringe innerartliche Agressivität ermöglicht wird. (Bellmann H. 2001) (Kreuels M. 2008)

Fortpflanzung

Die Paarung findet überwiegend im Frühsommer statt. (Bellmann H. 2001) Das Balzverhalten der umherwandernden Männchen kann man in vier eigenständige Elemente aufteilen, welche nicht immer alle ausgeführt werden.

Sobald das Männchen die Anwesenheit eines Weibchens registriert, beginnt es mit sehr schnellen Vibrationen des Hinterleibs. Anschließend betrommelt es vorsichtig das Netz des Weibchens, was bis zu 20 Minuten andauern kann. Dabei nähert sich das Männchen langsam. Sobald es im Netz ist, verhakt es seine Tarsalklauen in den Fäden und führt schnelle Rüttelbewegungen aus. Dabei hält es immer wieder kurz still und nähert sich wiederum vorsichtig. Anschließend betrommelt es die ersten beiden Beinpaare des Weibchens mit seinem vorderen Beinpaar. Daraufhin kommt es zur Paarung. Das Männchen wird danach vertrieben. Oftmals reagieren Weibchen agressiv auf das Balzverhalten, akzeptieren das Männchen aber schließlich nach weiteren Annäherungsversuchen. (Bartos M. 1997)

Die Weibchen legen nach der Paarung ca. 40 Eier und verpacken diese anschließend in einen hauchdünnen Seidenkokon (siehe Fotos unten). Diesen tragen sie dann in ihren Fängen mit sich herum. Wenn die Jungspinnen schlüpfen, werden sie noch einige Zeit ineinander verknäult von der Mutter herumgetragen.

Es wurde beobachtet, dass ein Weibchen seine unbefruchteten Eier auffraß (Platel Th. G. H. 1989).

Abwehrverhalten "Zittern"

Die Große Zitterspinne kam zu ihrem deutschen Namen durch ihr charakteristisches Verhalten bei Störung oder Bedrohung: Sie zittert bzw. schwingt in ihrem Netz für eine Weile sehr stark und wird dadurch für ihre Feinde nahezu unsichtbar. Auch schon sehr junge Zitterspinnen zeigen dieses Verhalten.

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise