Textrix denticulata

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Textrix denticulata (Olivier, 1798)
2011-06-05Textrix01 m ad..jpg
Männchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Agelenidae (Trichternetzspinnen)
Gattung: Textrix
Reifezeit (Bellmann H. 2010)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
Europakarte europakarte-dummy-ad-al-at-be-bg-ch-cz-de-dk-ee-es-es-ib-fr-gb-hr-hu-ie-it-it88-md-mk-nl-no-pl-pt-ro-rs-se-si-sk.png

Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:021309
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Oberschlesien ?
[CZ] Tschechien *
[D] Bayern OG 3
[D] Bayern SL 3
[D] Berlin *
[D] Brandenburg *
[D] MVs== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) G
[D] Niedersachsen (T) *
[D] NRWmh===*
[D] Sachsen-Anhalt 3
[D] SHs===*
[PL] Bielitz-Biala ?
[PL] Kattowitz ?
[PL] Oberschlesien VU
[PL] Opole VU
[PL] Tschenstochau ?

Merkmale

Körperlänge: Beide Geschlechter erreichen 6 bis 7 mm (Roberts M. J. 1996).

Prosoma dorsal dunkelbraun, grau oder schwarz gefärbt, vordere Augenreihe etwas nach vorne gebogen, die hinteren Mittelaugen sind größer als die vorderen Lateralaugen (Heimer S. & W. Nentwig 1991). Deutlich ausgeprägte Radiärfurchen sind vorhanden. Ein helles Medianband läuft von den hinteren Augen bis fast an den hinteren Rand des Prosomas und ist mit hellen cremefarbenen Haaren besetzt, die in ihrer Ausprägung variieren können. Einige Bereiche der dunklen Flächen sind aufgehellt und bilden Spuren von Lateralbändern. Zudem ist das Prosoma fein schwarz gerandet. Sternum ungemustert und braun bis schwarz. Opisthosoma mit einem hellen gelben oder rotbraunen, gezahnten Medianband, innerhalb der vorderen Hälfte liegt ein rötlicher Streifen, welcher von dunklen Flecken umrandet ist. Der restliche Bereich des Medianbandes ist ebenfalls dunkel umrandet. Die restlichen Bereiche des Opisthosomas sind entweder ebenfalls schwarz gefärbt oder braun mit dunkler Fleckung. Spinnwarzen sehr lang (Heimer S. & W. Nentwig 1991). Beine deutlich und klar geringelt, lebende Tiere mitunter mit weißlicher Beringelung in helleren Bereichen. (Locket G. H. & A. F. Millidge 1953)

Insgesamt ist die Färbung und Zeichnung recht variabel, die Kernelemente sind aber stets vorhanden (Locket G. H. & A. F. Millidge 1953)

Ähnliche Arten

Die Ausprägung der Augen und die Form des Prosomas lassen die Art auf den ersten Blick wie eine kleinere Wolfspinnenart (Lycosidae) wirken. Die langen Spinnwarzen verraten allerdings die Zugehörigkeit zu den Agelenidae. (Locket G. H. & A. F. Millidge 1953) Vorsicht bei Funden aus Südeuropa! Arten der Gattung Lycosoides könnten ebenfalls in Frage kommen.

Die zweite in Deutschland nachgewiesene Art der Gattung, T. caudata, ist bisher nur in einem Gewächshaus in Berlin gefunden worden (Broen B. von 1995) und bildet demnach wohl keine Freilandpopulation in Deutschland aus. Dieses Gewächshaus (Schmetterlingshaus Berlin-Britz) existiert jedoch seit geraumer Zeit nicht mehr (pers. Mitt. Neumann an Bauer). Daher ist diese möglicherweise einzige deutsche Population der Art wieder erloschen.

Lebensraum

Sonnige Waldränder, jedoch auch an Hauswänden (Heimer S. & W. Nentwig 1991) sowie an Steinen und Steinmauern (Roberts M. J. 1996).

In Nordengland und Schottland ist diese Art eine typische Hausspinne (Roberts M. J. 1996). In Schleswig-Holstein (Deutschland) typisch an Fassaden älterer Häuser, aber auch in Laubstreu und an Totholz, sowie Gebäudeumfeld (Lemke M. 2014).

Verbreitung

Textrix denticulata ist in Europa verbreitet (Platnick N. I. 2013).

In Deutschland weit verstreut und wenig nachgewiesen (Staudt A. 2014).

Lebensweise

Das Netz beinhaltet ein aus Spinnseide bestehendes röhrenförmiges Versteck und eine horizontale Netzdecke von variabler Größe. Das Weibchen wird während der Paarung vom Männchen festgehalten und anschließend gestreichelt, woraufhin es in eine Starre verfällt, die selbst noch eine Stunde nach der Paarung anhalten kann. (Roberts M. J. 1996)

Das Weibchen baut einen linsenförmigen, mit Bodenteilchen getarnten Kokon mit 50 bis 60 Eiern (Bellmann H. 2010).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

Quellen der Nachweise